Presseaussendung zum Projekt Weingartenkompost zur Humuserzeugung

Projekt Weingartenkompost zur Humuserzeugung

Kurztext:

Gesunde, fruchtbare Böden sind die Basis für charakterstarke Qualitätsweine.
Viele Winzer sind bemüht, die Bodenstruktur und das Bodenleben im Weingarten zu fördern.

Ein ganz wesentlicher Faktor für gesunde Weingartenböden ist die Verfügbarkeit von – für
Weinreben – geeignetem Kompost. Der Winzer Stefan Schmid aus dem Weingut Schmid Pillichsdorf im südlichen Weinviertel/Österreich hat nun das Projekt Weingartenkompost zur Humuserzeugung gestartet, um die Produktion von geeigneten Komposten voranzutreiben.

Langtext:
Mehr und mehr Weingärten werden in Österreich – auch im Trockengebiet – zwischen den Rebzeilen mit Kräuter- und Gräser Mischungen
bepflanzt. Damit verbunden ist die Hoffnung auf positive Effekte für die Weingartenböden
hinsichtlich Bodenstabilität/Erosionsschutz, Humusaufbau und Bodendurchlüftung.

Die Motivation für diesen Aufwand kann unterschiedlich sein.
Viele Winzer suchen nach Möglichkeiten für Qualitätssteigerungen, um sich von den immer besser werdenden Mitbewerbern abheben zu können.
Die Bemühungen um vitale, gesunde Rebstöcke stellen dabei eine zentrale Rolle dar.

Neben einer Vielzahl von Bodenbearbeitungsgeräten wurden auch spezielle Pflanzenmischungen für unterschiedliche
Bodenverhältnisse und Wasserverfügbarkeiten entwickelt und finden breite Anwendung in den Weinbaugebieten.

Zentrales Thema ist die Anhebung und Stabilisierung – dem Bodentyp entsprechend – hoher Humusgehalte.
Bei der Anhebung der Humusgehalte im Boden spielt neben Bodenruhe und eine dichte Pflanzendecke die Zuführung von geeigneten Komposten/Erden eine zentrale Rolle. Bis dato sind diese Komposte in großen Gebieten Österreichs nicht erhältlich.
Hier setzt eine Weinviertler Initiative von 5 Winzern rund um Stefan Schmid aus Pillichsdorf an und hat das Projekt Weingartenhumus gestartet.

Unter Beratung von „Flying Winemaker“ Frank John aus Neustadt/Weinstraße (Deutschland) wurden die Parameter für geeigneten Kompost für Weingärten festgelegt.

Gemeinsam mit gewerblichen Kompost-Herstellern sollen im südlichen Weinviertel Wege zur Herstellung regionaler Weingartenkomposte gefunden werden.
Die Logistik der Beschaffung geeigneter Grundstoffe (z.B. Biotonne, Strauchschnitt, Grünschnitt, unterschiedliche Mistarten), die Verteilung und die Ausbringung der fertigen

Komposte spielen eine zentrale Rolle im Projekt. Die Ergebnisse und Erfahrungen werden allen Winzern zur Verfügung gestellt, um Schwesternprojekte in anderen Weinbauregionen zu initiieren.

Breite Unterstützung

Weinbaupräsident Josef Pleil und die Niederösterreichische Landes-Landwirtschaftskammer unterstützen das, für den gesamten österreichischen Weinbau wichtige Projekt
mit Know-How und Herstellung relevanter Kontakte. Auch die Humusgruppe der BOKU Wien unter Führung von Priv.Doz. Dr. Ena Smidt arbeitet beratend mit und wird die Prozesse in den Veltliner-Weingärten des Weingut Schmid in Pillichsdorf wissenschaftlich dokumentieren. Gemeinsam mit dem größten österreichischen Weinbau-Fachblatt Der Weinbau organisierte der Weinbauer ein hochkarätiges Autorenteam aus Österreich, Deutschland und der Schweiz welches in einer breit angelegten Artikelserie die miteinander überschneidenden Themen Boden, Kompost und Humus für Winzer aufbereitet. Durch diese Artikelserie soll eine Sensibilisierung für das Thema sowohl auf Nachfrage-, wie auch auf der Lieferantenseite erreicht werden.
Mit der Vernetzung aller interessierten Weingüter und Kompost-Hersteller sollen geeignete Komposte flächendeckend produziert werden.

Wichtig für das Klima und regionale Wertschöpfung

Die Anhebung der Humusgehalte im Boden hat neben den positiven Effekten auf Pflanzen auch für die gesamte Gesellschaft zentrale Bedeutung.
So zum Beispiel bindet die Anhebung des Humusgehalts im Boden um 1% rund 45t Kohlendioxid pro Hektar aus der Luft. Humusreiche Böden verfügen über
eine bessere Filterfunktion und können mehr Nährstoffe binden. Dies Böden zeichnen sich durch ein höheres Wasserspeichervermögen aus und wirken Bodenerosionen entgegen.
Die Erträge werden bei Witterungsextremen – vor allem bei Trockenheit – stabilisiert.

Die regionale Kompostierung führt zu geringen Nährstoffverlusten in der Region, geringe Transportwegen, Bewusstseinsschaffung für den Umweltschutz und Abfalltrennung , dezentrale und sozialverträgliche Wirtschaftsstrukturen
(Klein- und Mittelständische Betriebe) und Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen in der Region.

Durch Zeit- und Raum nahe Verarbeitung der Rohwaren wird eine hohe (Energie-)Effizienz erreicht. Die Einbindung der Abnehmer in den Produktionsprozess bewirkt einen Wissenstransfer und hohe soziale Verantwortung
aller Beteiligten im Kompostkreislauf. Durch die langfristige Notwendigkeit der Ausbringung von Komposten wird eine wirtschaftlich stabile und konjunkturunabhängige Rentabilität erzielt.

Kontakt: Stefan Schmid, 0699/1253 9292, info@weinviertel-dac.at
2211 Pillichsdorf, Hauptstraße 17

Abdruck frei.